Meine erste Premiere am 21.04.09

Der Blutfänger in der Durlacher Karlsburg

 

21.04.09

So, jetzt gibt es kein zurück mehr ... unaufhaltsam rückt meine Premiere näher. Und ich? Ich bin nicht nervös. Ist das die Ruhe vor dem Sturm? Ich hoffe nicht.

Ich schreibe drei Seiten - meine Rede - und markiere meine Textstellen, die ich lesen will. Ich packe mir einen Wecker ein, damit ich während der Lesung weiß, wann ich es endlich geschafft habe - ähnlich, wie beim Zahnarzt :-) Um 17.00 gehen wir los - eineinhalb Stunden bist zur angesetzten Pressekonferenz und zweieinhalb Stunden bis die Premiere anfängt. Nervös bin ich noch immer nicht - eher eine unruhige Vorfreude. Und die große Frage, wie viele werden kommen?

Mit Manu gehe ich noch einmal alles durch (ist nicht viel zu besprechen - ich verlasse mich da voll und ganz auf sie :-) ... dafür gehen wir beide in ein Hinterzimmer ... und tun das, was einem jeder abrät - wir trinken zwei Wodka-Feige :-)

Die Verlagsleute kommen und richten die Getränke.

Von Thorsten Küchel kommen kalte Platten - einfach so - DANKE! Thorsten, Du bist einfach klasse :-)))

Auf halb sieben wäre eine Pressekonferenz angesetzt gewesen - der erste Schock, der aber nicht besonders erstaunt - es kommt keine Presse :-) Stimmt nicht! Boulevard Baden ist da - allerdings vermutlich aus anderen Gründen - der Geschäftsführer, Steffen Lüderwald will schließlich eine Laudatio halten.

Langsam trudeln die ersten Gäste ein und versammeln sich vor der Karlsburg. Alles Freunde und Bekannte. Und langsam tauchen auch mir unbekannte Gesichter auf und meine Stimmung steigt.

Die Buchhandlung kommt und richtet den Büchertisch. Und die ersten Bücher werden auch bereits verkauft - und ich soll die sogar signieren :-) Solange, bis mich meine Eva in den Saal zerrt, weil es zwei Minuten vor halb acht ist.

Ich kläre noch einmal kurz die Reihenfolge mit Herrn Kohler (mein Verlag), Herrn Lüderwald (Boulevard Baden) und will die Musik starten. Da kommt doch tatsächlich meine kleine Tochter, sie müsse noch einmal zur Toillette :-( ... wer nicht im Laufschritt in den ersten Stock spurtet bin ich ... wieder keine Zeit, um nervös zu werden :-)

Jetzt aber - der Saal sieht irre aus - überall die brennenden Kerzen - der schwarze Samt und vor allem überall Leute !!! Der Saal ist tatsächlich voll - fast 200 Menschen!!!! Und das wegen mir:-)

Ich starte die Anlage und setze mich in die erste Reihe ... es ist definitiv zu leise, denke ich, und schaue Manu und Mummi vorwurfsvoll an. Kurz bin ich am überlegen, ob ich noch einmal aufstehen soll, um die Anlage lauter zu stellen, denke aber, es wird schon gehen... Und es geht auch. Die Musik gibt mir Ruhe ... wirkliche Ruhe.

Dann hält Herr Kohler vom G.Braun Buchverlag eine Rede. Er spricht über den Verlag, über mein Manuskript und wie ich zu ihnen kam, so genau habe ich nicht hingehört. Nicht weil es mich nicht interessiert hätte, nein, eher weil ich es einfach nur schön fand.

Und dann kommt Steffen Lüderwald von Boulevard Baden und hält eine Laudatio auf mich ... Zum Glück durfte ich sie in ungefährem Wortlaut vorher lesen - sonst hätte ich vermutlich einige Tränen verkneifen müssen. So konnte ich dasitzen und die Rede einfach nur genießen. Eine Rede vor so vielen Menschen - und die Rede ist ganz allein für mich - was für ein Hochgefühl - DANKE !!!

Tja... und dann ist es an mir, auf die Bühne zu gehen, mich hinter den Tisch zu setzen und meine dreiseitige Rede zu halten. Doch von wegen. Ja, ich habe geredet, sogar sehr viel geredet, aber eigentlich fast nichts von dem, was auf meinen Zetteln stand. Ich musste nicht überlegen, was ich jetzt grade sagen soll. Es war, als säße ich in einer kleinen geselligen Runde, wo ich von meinem Buch erzähle. Und das Publikum war - ja, sie waren wie die Freunde in dieser kleinen geselligen Runde. Sie lachten an den richtigen Stellen, sie klatschten immer wieder, und sie gaben mir das Gefühl hier vorne alles richtig zu machen. Selbst als ich einmal nicht mehr wusste, was ich sagen wollte (und das natürlich auch gesagt habe), da haben sie, statt bedrückt durch die Gegend zu schauen, oder sich irgendwelche Dinge zu zuraunen, einfach geklatscht. Das Publikum war einfach nur supertoll. Und diese Erfahrung macht Lust auf mehr. Auf viel mehr :-))) DANKE an das Publikum!!!

Gelesen habe ich natürlich auch, obwohl es schwierig ist, aus meinem Buch zu lesen, ohne zuviel zu verraten. Aber ich denke, es kam an...und laut den Rückmeldungen kam es sogar sehr positiv an.

Was ebenso positiv ankam war die Präsentation von Manu - auch hier noch einmal DANKE Manu!!!! Da die Bilder hinter meinem Rücken liefen, kann ich nicht all zu viel dazu sagen, doch die Zuschauer nahmen sie sehr dankbar an. Wir haben auf jeden Fall damit erreicht, was wir bezweckten. Wir wollten die Zuschauer nicht nur zuhören lassen, sondern sie auch visuell auf mich und mein Buch einstimmen.

Noch bevor ich alle Passagen gelesen hatte, war meine selbst gesetzte Zeit um, so dass ich Schluss machte. Sollte ja noch die Opernsängerin kommen.

Und wie sie auftrat :-)...während dem Schlussapplaus erhob sie sich und kam klatschend und rufend auf mich zu ... laut rufend. Sie machte den Eindruck einer total durchgeknallten Stalkerin, was so manche aus dem Publikum verwirrte oder sogar dazu verleitete mich retten zu wollen. Doch bevor es soweit kam, reichte ich ihr, wie verabredet, ein Glas, stieß mit ihr an und sie verschluckte sich (gespielt)... und dann begann sie zu singen... wunderschön ... DANKE Alexia Basile!!!

Und dann war wirklich Schluss - Schluss mit der Lesung - denn für mich ging es weiter. Die Leute kamen zu mir und wollten ihre Bücher signiert haben... sie standen tatsächlich in Reihen an, nur damit ich ihnen was in ihre Bücher schreibe. Hier muss ich wohl kaum sagen, wie ich mich da fühlte, oder? Einfach nur klasse.

Und draußen im Foyer ging es genau so weiter. Sie kauften Bücher und ich signierte sie. Sie tranken Sekt und aßen Häppchen, während ich hinter einem Tisch saß und Bücher signierte. Gegen 22.15 Uhr hatte irgendjemand Erbarmen und brachte mir ein Glas Sekt und drei Häppchen. Ganz viele Leute habe ich nicht einmal gesehen, sondern musste mir berichten lassen, dass sie da waren.

Eva und Sandra haben irgendwann angefangen aufzuräumen - DANKE Ihr Lieben! Obwohl ich gesagt hatte, sie sollen es nicht tun!

Um 23.00 Uhr hatten wir Herrn Hildebrandt versprochen zu gehen. Und das taten wir dann auch. Manu, Mummi und ich. Und da wir nur 5,-€ dabei hatten, sind wir zu uns nach hause und haben dort in aller Ruhe eine Flasche Sekt getrunken. Auf unseren Abend. Auf einen Abend, der nicht hätte besser laufen können. Auf einen Abend, von dem niemand glaubte, dass er so werden würde, von dem niemand glaubte, dass so viele Leute kommen - zu einer Neuen - zu einer Buchvorstellung.

Wären alle gekommen, die ursprünglich zugesagt hatten, wären es über 400 geworden - aber ich bin nicht traurig, dass sie nicht da waren - ich hätte nicht gewusst, wohin mit ihnen :-))) Das hätte nur Chaos verursacht.

Es war einfach nur klasse !

Danke vor allem an Manu, Mummi, Jule und Lisa, Eva und Sandra und natürlich an Steffen Lüderwald, Michael Kohler, sowie Frau Faucheux und Frau Kurschus, Alexia Basile - und Alexandra Ries, die mir die Karlsburg zur Verfügung gestellt hat!!!

Sollte ich hier jemanden vergessen haben - ich hatte eh gesagt ich bedanke mich nicht öffentlich sondern privat :-)

 

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